Argentinien Informationen

Leben

Hier finden Sie Informationen zum Leben in Argentinien.

Einkaufen

Seit der Wirtschaftskrise 2002 ist der Argentinische Peso (abgekürzt AR$), die Währung des Landes, gegenüber dem Dollar auf einen Drittel seines vorherigen Wertes gesunken. Dies hat zur Folge, das Argentinien heutzutage für Reisende aus Europa und den USA enorm günstiger geworden ist als dies vorweg der Fall war. Laut einer Umrechnung des ADAC 2004 kriegt man für einen Euro in Argentinien soviel wie für 1,40 Euro in Deutschland, in manchen Gebieten wie der Gastronomie ist der Preisunterschied noch beträchtlich deutlicher. Summa summarum sind von den Preisen her Buenos Aires und Südpatagonien am teuersten, Zentral- und Ostargentinien etwa in der Mitte und Nordwestargentinien am billigsten.

Der Wechselkurs beträgt momentan (Juni 2006): 1 Euro = 3,90 AR$ bzw. 1 US$ = 3,10 AR$. Schwankungen dieses Kurses sind seit 2003 nur noch minimal, wobei die Schwankungen zwischen Euro und Dollar klarer sind als die zwischen Peso und Dollar.

Souvenirs

Gerade beliebt bei Ausländern sind die argentinischen Lederprodukte, die merklich günstiger als in Europa sind und außerdem stilistisch oft eine eigene, traditionelle Handschrift tragen. Ferner traditionelle Accesoires wie Mate-Becher, Ponchos, traditionelle Musikinstrumente jedoch obendrein Schmuck werden immer wie gehabt gerne gekauft.

Jeder Ort hat des Öfteren min. einen Kunsthandwerkermarkt, auf dem traditionelle und moderne Gegenstände angeboten werden. Dort sind die Souvenirs oft signifikant billiger als in den Souvenirshops in den Stadtzentren. Auch kann man davon ausgehen, das Souvenirs einer bestimmten Region (z.B. die traditionellen Musikinstrumente des Andengebiets) vor Ort am billigsten sind und es ebenfalls die größte Auswahl gibt.

Täglicher Bedarf

In Argentinien gibt es in jedem Ort Supermärkte aller Größenordnung (große Supermärkte werden hipermercados genannt), in denen man alle benötigten Lebensmittel und häufig sogar Kleidung und Schreibwaren erhalten kann. Charakteristisch für die Vorstädte sind ausserdem Tante-Emma-Läden, die häufig auch günstiger sind als die jeweiligen Supermärkte.

Gerade beliebt sind seit Ende der 80er die shoppings, große Galerien nach US-Vorbild mit einer Vielzahl Geschäften und häufig obendrein Kinos, Restaurants und kleinen Freizeitparks für Kinder.

Kleidung aller Art ist in Argentinien erheblich erschwinglicher als in Europa, weshalb man gut demnach beraten ist, wenig mitzubringen und vor Ort einzukaufen. Indes ist hingegen zu beachten, dass speziell bei Schuhen Übergrößen (ab ca. 41 bei Frauen und 45 bei Männern) nur schwierig zu bekommen sind. Gleiches gilt obendrein für Hosen.

Küche

Essen

Bereits alleine das Essen ist es wert nach Argentinien zu reisen.

Es beginnt bereits beim Frühstück, es gibt alle Arten von leckeren Gebäckspezialitäten (golosinas und facturas), besonders charakteristisch sind hier die Criollos (kleine Kekse aus Blätterteig). Man kann auch gemütlich in ein Restaurant frühstücken gehen, hier bekommt man als desayuno completo[, das] nicht mehr als einige pesos kostet: Orangensaft, Kaffee, Wasser, Criollos, Toast, Medialunas, Dulce de Leche und Butter. Eier, Käse und und Wurst sind im argentinischen Frühstück nicht bestehend.

Auch das restliche Essen ist sehr schmackhaft. Definitiv das populärste Essen ist das Asado, bei dem diverse Arten von Rindfleisch einbegriffen Innereien und pikanten Würstchen ("chorizos") meistens im Garten gegrillt werden und später mit verschiedenen Salaten gemeinsam gegessen werden. In Restaurants wird das Asado parrillada genannt. Hier bekommt man solange einige Fleischsorten serviert, wie es der Magen erlaubt.

Wer aber denkt, in Argentinien gibt es nur blutiges Steak, der irrt sich. Sicherlich hat man es als Vegetarier etwas schwerer[, da] es auf der Speisekarte der meisten Restaurants fast nie Gerichte ohne Fleisch gibt. Pizza Magerita existieren im Gegensatz dazu allerorts, die sind im Allgemeinen auch unheimlich lecker und meist mit einem dickeren Teig als in Europa. In großen Städten existieren dagegen ebenfalls Vegetarier-Imbisse. Wer die Möglichkeit hat selbst zu kochen, sollte sich für einige Pesos an kleinen Obst- und Gemüseständen jede Art von leckerem Obst und Gemüse kaufen und sich richtig austoben.

Beliebte Gerichte in Argentinien sind zudem Nudelgerichte, Fisch (an der Küste), Hähnchen, Milanesa (Schnitzel) und viele Sandwich-Arten und "Burger" (also Fleisch in Brot). Speziell empfehlenswert sind auch die Spezialitäten aus dem Norden Argentiniens: empanadas (gefüllte Teigtaschen), humita (zerkochter Mais mit Paprika in Blättern serviert) und locro (Eintopf mit Fleisch, Würstchen und Mais wie auch einer ganzen Reihe von Gewürzen).

Die Portionen sind sehr üppig und oft gibt es auch sehr günstige Menü-Angebote, bei denen Vorspeise, Salat und Nachtisch mitinbegriffen sind. Häufig sind die tenedor libre oder diente libre, "All-You-Can-Eat"-Restaurants, in dem man sich selbst an einem Buffet für einen Fixpreis bedienen kann, sooft man möchte.

Mc Donald's hat in diesem Land ein wenig das Nachsehen, denn verglichen mit all den Restaurants ist es tendenziell kostspielig und langweilig. Darüber hinaus gibt es eine ganze Armada von Fast-Food-Ständen und -Restaurants, die des Öfteren erschwinglicher als Mc Donald's sind (z.B. Moustachys, Pumper Nic, Discapanch etc.).

Möglicherweise noch ein kleiner Tipp: wenn man zum Essen geht, sollte man ein wenig Zeit mitbringen und sich nicht aufregen wenn alles ein wenig langsamer und gelassener zugeht.

Zuletzt noch zu den Süßigkeiten. Alles was in Argentinien nicht salzig ist, ist sehr sehr süß, das "Dulce de Leche", eine sehr süße Karamellcreme, ist so gut wie in jedem Gebäck zugegen. Es gibt ganze Supermärkte in denen es nichts als Süßigkeiten gibt; und wenn man eine Straße entlanggeht, sollte man es sich nicht nehmen lassen, an einem der vielen Kioske ein Alfajor (kleiner Mini-Kuchen mit Dulce de Leche) für einen Peso zu kaufen und zu genießen.

Trinken

Vertraut im Ausland ist der argentinische Wein[, der] zu den besten der Welt gezählt wird und verglichen mit europäischen Weinen sehr preiswert ist. Er wird des Öfteren im Westen des Landes angebaut. Empfehlenswert sind endlos zahlreiche Marken, z.B. Colón, Santa Isabel und San Felipe. In letzter Zeit sind zahlreiche "Modeweine" (z.B. New Age, Freeze, Suá und O2) erschienen, die größtenteils Schaumweine mit wenig Kohlensäure und einem milden Geschmack sind. Das Bier ist im Kontrast dazu vom Geschmack sehr homogen und von der Qualität her im Durchschnitt (Marken: Quilmes, Isenbeck, Bieckert, Schneider und Palermo wie auch die ausländischen Biere Brahma, Warsteiner, Corona, Stella Artois und Heineken). Branntweine einheimischer Fabrikation sind sehr günstig, ausländische Importe jedoch recht teuer.

Kaffee wird in Argentinien sehr häufig getrunken und ist zumeist gewaltig gesüßt, im Café oder Restaurant bekommt man den Zucker aber erwartungsgemäß separat. Café con leche ist ein Milchkaffee, während café cortado Kaffee mit etwas Milch ist.

Das argentinische Nationalgetränk ist Mate, ein Kräutertee, der aus einer Kalabasse mit Röhrchen getrunken wird. Das Mate-Trinken ist ein wahres Ritual, dabei trinken alle Mitglieder einer Gruppe aus einem einzigen Matebecher.

Limonaden internationaler Marken (wie Coca-Cola etc.) gibt es in Argentinien allerorts, Fruchtsäfte sind konträr dazu seltener und relativ kostenintensiv. Neuerdings haben sich zahlreiche Marken von gesüßten Diät-Limonaden mit Fitness-Image (z.B. Ser, Magna) etabliert. Mineralwasser wird meist ohne Kohlensäure getrunken. Eine günstige Ausweichlösung zum normalen kohlensäurehaltigen Mineralwasser ist Soda, mit Kohlensäure versetztes normales Trinkwasser, das geschmacklich selten vom Mineralwasser zu unterscheiden und gesundheitlich völlig unbedenklich ist.

Nachtleben

In Argentinen startet das Nachtleben erst richtig ab circa 2.00 Uhr. Also Kondition mitbringen!!

In allen größeren Städten gibt es eine Vielzahl von Bars, Pubs, Clubs und Diskotheken für jeden Geschmack (alleinig die Gothic-Szene hat etwas das Nachsehen, dafür gibt es viel lateinamerikanische Musik). Selbst jedes Dorf hat sein boliche, in dem die jungen Leute Freitags und Samstags die Nacht verbringen.

Es gibt grob gesagt vier Arten von Diskotheken. Zum Einen gibt es die typischen Mainstream-Clubs[, die] eine Mischung aus Rock, etwas Dancefloor und lateinamerikanischer Musik spielen. Dann gibt es alternative Rock- und Reggae-Clubs mit Live-Musik und wechselnden Musikstilen, zuweilen auch Theatershows. Zum dritten trifft man immer häufiger auf reine Techno- und House-Diskotheken, häufig im oberen Preisspektrum, und last but not least die traditionellen "bailantas", in denen nur lokale Varianten der lateinamerikanischen Musik (insbesondere Cumbia und Cuarteto) gespielt werden und die insbesondere von der Arbeiterjugend besucht werden.

Alkohol darf man in Argentinien erst mit 18 Jahren konsumieren. Es gibt aber spezielle Diskotheken für Jugendliche unter 18, sogenannte matinés[, die] früher schließen und in denen kein Alkohol verkauft wird. Das Gegenstück sind die boliches para mayores, in denen alleinig Besucher ab einem bestimmten Alter (meist ab 30) eingelassen werden.

Schwule- und Lesbenclubs existieren nur in den größten Städten; in kleinen Großstädten ab 100.000 Einwohnern existieren im Gegensatz dazu nicht selten mindestens einen Club, in dem ein schwul-heterosexuell gemischtes Publikum ausgeht (oftmals Techno-Clubs). In kleineren Orten (Ausnahme: bekannte Touristenorte) ist jedoch die bei der Landbevölkerung verbreitete Intoleranz gegen Schwule häufig ein Problem.

Unterkunft

Hotels

In Argentinien gibt es mehrere Arten von Unterkünften neben normalen Hotels. Hosterías sind meist größere Landhotels mit Garten und oft mit Swimmingpool, aber weniger Komfort als in normalen Hotels, wobei sich die beiden Bezeichnungen Hotel und Hostería ein Stück weit überschneiden. Hotels und Hosterías werden mit Sternen (ein bis fünf Sterne) kategorisiert, die Auskunft über Preis und Leistungen geben und etwa mit den internationalen "Stern-Kategorien" übereinstimmen.

Residenciales und Hospedajes sind kleine, eher einfache Hotels; oft muss hier das Bad geteilt werden. Sie sind in die Kategorien "A" und "B" eingeteilt. Albergues und Hosteles sind mit Jugendherbergen vergleichbar, nehmen aber Gäste aller Altersgruppen auf. In ihnen muss oft ein Zimmer geteilt werden, dafür können die Betreiber oft Fremdsprachen.

Die Hotelpreise sind verglichen mit Europa sehr günstig, mit Ausnahme der obersten Preisklasse. Ein Doppelzimmer mit eigenem Bad findet man 2005 bereits ab etwa 25 Peso in "Residenciales B", mit geteiltem Bad bereits ab 15 Peso (Angaben ohne Frühstück). In Hosteles und Albergues muss man mit zwischen 10 und 20 Peso pro Person rechnen. Die meisten Mittelklassehotels (2-Sterne) nehmen für das Doppelzimmer zwischen 50 und 80 Pesos.

Zu beachten ist, das auch Stundenhotels sich mit "Hotel" bezeichnen. Sie sind meist erkennbar an ihrer Beleuchtung (rot-rosa), ihrem Namen und dem Zusatz "albergue transistorio" oder "hotel alojamiento".

In einigen argentinischen Städten insbesondere an stark befahrenen Fernstraßen gibt es auch Motels nach US-amerikanischem Vorbild, bei denen man mit dem Auto bis vors Schlafzimmer fahren kann.
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Campen

Campingplätze gibt es in Argentinien reichlich, fast jedes Dorf hat irgendwo einen Zeltplatz. Es gibt zwei Preissysteme: entweder man zahlt pro Person und pro Zelt bzw. Auto (der Normalfall) oder man zahlt einen Pauschalpreis für eine Parzelle (parcela), letzteres System ist besonders in großen Touristenorten üblich. Der Preis eines Platzes ist meistens eher von seiner Lage als von seinem Komfort abhängig, aber nur wenige Plätze weichen deutlich vom Standard (4-6 Pesos pro Person oder 15 Pesos für die Parzelle) ab. Camping Municipal nennen sich meist sehr preisgünstige Campingplätze, die von der jeweiligen Gemeinde verwaltet werden. Die Ausstattung der Campingplätze ist mit Ausnahme der Hochpreisplätze in den Touristengebieten mit Europa nicht ganz zu vergleichen; viele Campingpltze in abgelegenen Gebieten bieten nur minimalen Komfort (z.B. kein warmes Wasser) und sind manchmal auch vollkommen schattenlos. Dafür liegen besonders diese Plätze oft in sehr idyllischen Naturlandschaften.

Freies Campen ist eigentlich nur dort erlaubt, wo darauf ausdrücklich hingewiesen wird - insbesondere in Natur- und Nationalparks, wo es fast immer kleine Campingflächen gibt. In der Praxis wird dieses Verbot aber in einsamen Gebieten fast nie beachtet. Ist ein Gebiet klar als Privatgrundstück erkennbar (z.B. durch einen Zaun oder ein Haus), sollte man immer den Besitzer um Erlaubnis zum Campen und auch zum Betreten des Gebietes fragen - man riskiert sonst, für einen Dieb oder Landstreicher gehalten zu werden!

Tip: In vielen Gebieten insbesondere im Zentrum und Westen Argentiniens ist die Waldbrandgefahr sehr hoch! Man sollte daher beim Feuermachen aufpassen und entsprechende Verbote bitte berücksichtigen! Durch das unachtsame Verhalten von Campern brennen jedes Jahr Zehntausende Hektar Wald und Buschland ab!

Lernen

Etliche argentinische Universitäten haben Kooperationsprogramme mit deutschen Universitäten. Ausführliche Angaben sind auf der Website des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und auf den Seiten der jeweiligen Universitäten selbst zu finden. Man kann in Argentinien mittels eines Studentenvisums jeden gewünschten Grad erlangen, doch nicht an allen Universitäten (besonders kleinere Unis nehmen keine Ausländer an).

Bedeutende Universitäten sind die Universidad de Buenos Aires (UBA), die Universidad Nacional de Córdoba (UNC) und die Universidad Nacional de La Plata (UNLP); gleichermaßen die landesweite Universidad Tecnológica Nacional (UTN). Es gibt auch jede Menge private Universitäten, die jedoch den zweifelhaften Ruf genießen, es sei unmöglich, dort durch eine Prüfung zu fallen. Am besten wird meistens die Universidad Católica bewertet, die Filialen in mehreren Städten Argentiniens hat. Sie gilt allerdings in der Behandlung der Studenten als sehr konservativ.

Schüleraustauschprogramme gibt es ebenfalls in vielen argentinischen Städten.

Arbeiten

Jobs für Ausländer gibt es besonders in der Tourismusbranche (z.B. als mehrsprachiger Führer oder auch als Kellner) und in der Bildung, vor allem für Sprachkurse. In diesem Fall ist die englische Sprache am wichtigsten. Wer als Ausländer ein reguläres Arbeitsverhältnis eingeht, muss ein Arbeitsvisum beantragen (am günstigsten vor der Einreise im jeweiligen zuständigen argentinischen Konsulat), welches jedes Jahr erneuert werden muss; nach drei Jahren wird die unbefristete Aufenthaltserlaubnis gewährt. Für das Arbeitsvisum benötigt man einen Arbeitsvertrag und Beweisstücke, dass der Arbeitgeber seine Steuern und Sozialabgaben bezahlt, für die Erneuerung muss man mindestens 8 Gehaltszahlungen im Jahr unter Beweis stellen. Genaueres unter der WWW-Seite der argentinischen Ausländerbehörde.

Gesundheit

Spezielle Gesundheitsrisiken existieren im größten Teil Argentiniens nicht. Im Norden sind einzeln tropische Krankheiten speziell in den Urwaldgebieten von Misiones, Tucumán und Salta aufgetreten, darunter am häufigsten das Dengue-Fieber[, gegen das] man sich impfen lassen sollte. Eine rein theoretische Gefahr besteht in diesen Gegenden obendrein, an Malaria zu erkranken, in der Praxis tritt diese Krankheit jedoch äußerst selten auf und ein Prophylaxe ist nur dann notwendig, wenn man sich über eine längere Zeit in abgelegenen Gebieten in der freien Natur aufhält (zum Beispiel bei längeren Trekkingtouren in den Urwaldgebieten). Aids ist in Argentinien mit einer HIV-Prävalenz von 0,6% etwa so verbreitet wie in den USA, gefährdet sind vordergründig Homosexuelle mit informellen, ungeschützten Sexkontakten sowie Besucher von Bordellen.

Das Essen und Trinken kann so gut wie immerzu ohne Probleme genossen werden. Vorsicht bei empfindlichen Mägen ist geboten bei immens preisgünstigen Angeboten, im besonderen in tenedor libre-Restaurants (s.o.) und Ständen auf der Straße. Man muss dagegen spezielles Pech haben, sich bei solchen Fällen eine Lebensmittelvergiftung zu holen.

Krankenhäuser und Ärzte existieren in Städten häufig. Bei staatlichen Krankenhäusern, die kostenlos sind, sind aber lange Wartezeiten auf eine Behandlung oftmals die Regel. Darum sollte der, der es sich zum Beispiel durch eine Reiseversicherung leisten kann, eine Privatklinik vorziehen, ebenfalls um die staatlichen Krankenhäuser für die freizuhalten, die auf sie angewiesen sind.

Sicherheit

Trotz der aufmerksamkeitsstarken Medienberichte ist die Kriminalität in Argentinien nicht besonders reichlich höher als etwa in Europa, die Mordrate liegt außer in Buenos Aires und Rosario sogar enorm niedriger als in europäischen Städten. Es gibt doch in fast allen Städten "rote Zonen", in denen häufig Überfälle stattfinden; dies sind häufig ärmere Stadtviertel und Slums (bekannt als villas miserias). Solche Viertel sollte man, wenn es sein muss, bloß in Begleitung und allein tagsüber besuchen. Man sollte sich am besten bei Einheimischen erkundigen, da die Kriminalitätsschwerpunkte oftmals wechseln. Im Gegensatz zu vielen Ländern Lateinamerikas sind die Gegenden rund um die Busbahnhöfe dagegen fast immer sicher (Ausnahme: die Villa 31 in Buenos Aires, die man aber nicht durchqueren muss, wenn man zum Busbahnhof geht). In kleinen Orten braucht man um sein Hab und Gut keine Angst zu haben - die Einheimischen lassen hier sogar das teure Mountainbike ohne Schloss stehen!

Tips:

* Taschendiebe benutzen das Gedränge in Bussen und U-Bahnen aus. Darum sollte man Wertsachen (sehr begehrt sind z. Zt. Digitalkameras) nicht in Rucksäcke oder hintere Hosentaschen packen.
* Armbanduhren, Schmuck und Kameras kann man - Vorsicht vor Taschendieben vorausgesetzt - in Stadtzentren ohne Probleme tragen, in manchen Außenbezirken aber allein dann, wenn es sich nicht um wertvolle Objekte handelt.
* Gruppen von Jugendlichen, die sich in Außenbezirken großer Städte augenfällig versteckt halten (z.B. hinter Bäumen oder in Büschen), sollte man grundsätzlich aus dem Weg gehen, da es sich hier oftmals um Kleinkriminelle handelt, die für einige Peso Passanten überfallen. Grundsätzlich gilt, das solche Gruppen vorzugsweise kleine, schmächtige Opfer auswählen, vor großen, muskulösen Personen aber Respekt haben. Dies gilt naturgemäß nicht, wenn die Gruppen bewaffnet sind.
* Hotels sind beinahe immer sicher, ein generelles Sicherheitsproblem gibt es im Unterschied dazu auf Campingplätzen in großen Touristenzentren, da diese zuweilen mangelhaft abgesperrt sind. Es empfiehlt sich, das Zelt mit einem kleinen Kofferschloss abzuschließen (die meisten Einheimischen machen das zudem so) und wertvolle Wertsachen bei der Platzverwaltung oder in einem guardaequipaje (Gepäckaufbewahrungsdienst, anzutreffen vor allem an Busbahnhöfen) abzugeben. Diesen Diensten kann in der überwiegenden Anzahl der Fälle problemlos vertraut werden, im Zweifelsfall kann man oftmals auf einem Zettel angeben, was man abgibt, und diesen dann unterzeichnen - dann haftet der Dienst für den Schaden (Achtung: Einige Dienste lassen sich aus Angst, selber überfallen zu werden, nicht auf so etwas ein! Am besten ist es also ab und zu, nichts zu sagen und die Sachen so unscheinbar wie möglich z.B. in Kleidung oder Schlafsäcken verstecken). Auf einigen Busbahnhöfen gibt es zudem Schließfächer.
* Kreditkarten und größere Geldmengen sollte man an der Haut tragen und entsprechende Beutel kaufen. Diese werden selbst bei einem Überfall nahezu nie entdeckt.
* Ist man in gefährlicheren Gebieten unterwegs, sollte man eine kleinere Geldmenge bei sich haben, um den Dieben im Fall eines Überfalles "etwas bieten" zu können - sonst können diese sehr aggressiv werden, selbst Morde sind deshalb schon vorgekommen. Die Höhe dieses Betrags richtet sich nach dem Aussehen, Träger von Krawatten etwa sollten nicht weniger als 30 AR$ bei sich haben.


Respekt

Die Verhaltensweisen sind im Allgemeinen recht ähnlich wie in Europa, insbesondere wie im Mittelmeerraum.

Kleidung und Erscheinungsform

Das früher gängige Klischee, dass man in Argentinien in Städten nur vornehm gekleidet ins Zentrum gehen sollte, gilt heute nicht mehr - ebenfalls kurze Hosen sind in Stadtzentren anzutreffen. Dagegen stimmt es, dass die Argentinier vor allem beim Ausgehen und insbesondere zum Essen in feinen Restaurants eine Menge Wert auf ihre Kleidung und das Aussehen generell legen. Auch im Alltag sollte man auf eine halbwegs gepflegte Erscheinung achten - sonst wird man in eine Ecke mit Vagabunden und Hippies gesteckt[, die] außergewöhnlich bei älteren Argentiniern verhasst sind. Und: Auch die jung-alternativen Argentinier legen Wert darauf, was sie anziehen, im besonderen Frauen achten sehr auf figurbetonte Kleidung.

Verhalten

Generell gilt: Ein grundsätzlicher Kontrast zu den meisten Ländern Europas ist der, dass der Argentinier insgesamt immerzu versucht, nett und freundlich zu seinen Mitmenschen zu bleiben, einfach um gut dazustehen - selbst wenn diese ihn eigentlich überhaupt nicht interessieren.

So kann man sich etwa als Ausländer in einer Bar sicher sein, von vielen Leuten zum "Asado" eingeladen zu werden - und wundert sich dann, wenn der Betreffende sich am nächsten Tag nicht einmal mehr an seinen Namen erinnert. Oder: Man fragt auf der Straße nach dem Weg und wundert sich, dass obwohl der Angesprochene anscheinend perfekt Bescheid wusste, die Auskunft falsch war. Das kann bei Auswärtigen als Oberflächlichkeit fehlgedeutet werden, gehört jedoch zur argentinischen Kultur dazu und trägt ausserdem zu einer angenehmen Atmosphäre bei. Daher sollte man außerdem nicht alles glauben, was einem erzählt wird.

Im ganzen Land gilt immerzu noch streng das "Ladies First". Es ist in Bussen, U-Bahnen usw. üblich, speziell älteren Frauen den Platz anzubieten. Frauen werden in Schlangen auch oft von den Männern vorgelassen. Niemals wird dagegen versucht, sich in einer solchen Schlange vorzudrängeln - es gilt als äußerst unhöflich.

Essen auf der Straße und im Bus (natürlich nicht auf Langstrecken!) ist recht unkonventionell und wird von älteren Argentiniern als unhöflich angesehen, ebenfalls wenn es sich bei jungen Leuten zu etablieren scheint.

Zu den in letzter Zeit am meisten kritisierten "argentinischen Tugenden" gehört die sogenannte "viveza criolla", die "einheimische Schlauheit". Gemeint ist der angebliche Drang der Argentinier, durch Tricksereien zu allen möglichen Vorteilen zu kommen und Unwissende "übers Ohr zu hauen". Beispielsweise, wenn für eine Ware oder Dienstleistung ein höherer Preis von Ausländern als von Inländern verlangt wird, oder das Wechselgeld im Taxi in einer schon lange nicht mehr gültigen Währung (z.B. australes) gegeben wird. Das ist zwar nicht insgesamt zu erwarten, kann jedoch durchaus vorkommen. Vielleicht ist es aus diesem Grund vorteilhaft, sich zunächst über die üblichen Preise zu informieren, besonders wenn man eine größere Investition, etwa einen Auto- oder Hauskauf, vorhat.

Partnerschaft und Sexualität

In Bezug auf heterosexuelle Partnerschaften ist Argentinien unterdessen beinahe so liberal wie in Europa - man kann problemlos das Schäferstündchen im Park genießen. Allenfalls in dörflichen, abgelegenen Gegenden stößt zu wildes Knutschen immer noch auf Ablehnung. Sex in der Öffentlichkeit ist dennoch überall eine Ordnungswidrigkeit, wenns also sein muss, aufpassen dass niemand zuschaut.

Bei Homosexuellen ist das Land leider noch nicht so weit. Öffentliches Küssen besonders zwischen zwei Männern kann weiterhin als "Erregung öffentlichen Ärgernisses" gelten und für diverse Stunden auf der Polizeiwache sorgen. Da argentinische Frauen generell vergleichsweise unbefangen miteinander umgehen, haben es lesbische Pärchen einfacher als Männer. Schwule riskieren zudem oft hämischen Spott von traditionell Macho-orientierten Argentiniern. Grundlegend gilt: Die Großstädte, jedoch außerdem Touristenorte, sind liberaler als Kleinstädte und Dörfer.

Nacktbaden

Nacktbaden und FKK im Allgemeinen wird in Argentinien in der Öffentlichkeit meist nicht toleriert und kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Aber wie allerorts gilt ebenso hier "wo kein Kläger, da kein Richter", und aufgrund der vielen einsamen Seen und Strände können obendrein Nacktbader auf ihre Kosten kommen. Es gibt ebenfalls diverse wenige FKK-Strände und FKK-Camps ("campamento nudista" oder "campamento naturista"). "Oben Ohne" (topless) wird zwar toleriert, ist dagegen oft Anziehungspunkt für Gaffer und kann spöttische Kommentare zur Folge haben, da argentinische Frauen in dieser Hinsicht relativ prüde sind. Man braucht dagegen keine Angst vor US-amerikanischen Verhältnissen zu haben, speziell was kleine Kinder betrifft - wenn diese nackt am Strand herumtoben, kümmert sich niemand darum.

Alkohol

In annähernd ganz Argentinien, außer in einigen kleinen Ortschaften, ist der Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit verboten. Die Durchsetzung dieses Verbots ist gleichwohl verschieden, in Parks etwa oder am Strand nehmen es die Ordnungshüter nicht so genau wie auf der Straße. Fällt man gleichwohl als betrunken auf, kann man beinahe sicher sein, dass sich die Polizei um einen kümmert. Insbesondere nachts an Nachtleben-Schwerpunkten gibt es oft Polizeikontrollen, bei denen Betrunkene, mitunter leider aber obendrein unbeteiligte Passanten für diverse Stunden in eine Ausnüchterungszelle gesteckt werden. Diesen Kontrollen am besten aus dem Weg gehen. In den meisten Städten, u.a. in Buenos Aires und Córdoba, gibt es Alkoholverkauf-Sperrstunden (für Kioske und Geschäfte vorwiegend 23 oder 24 Uhr, für Bars und Diskotheken 5 oder 6 Uhr). Jene Gesetze werden im Gegensatz dazu nicht immer respektiert.

Kommunizieren

Das Kommunikationsnetz ist in Argentinien mit Ausnahme von ziemlich abgelegenen Gebieten sehr gut ausgebaut und durchaus mit Europa vergleichbar.

Telefon

Viele Argentinier haben heute einen Festnetzanschluss, selbst in abgelegenen Gebieten. Für Reisende existieren häufige Telecentros mit Telefonkabinen und oft auch Fax- und Internetanschluss. Auch öffentliche Telefonapparate (nur selten "Zellen") sind zu finden, die entweder mit normalen Münzen oder mit Spezialmünzen (cospeles) funktionieren (Telefonkarten sind unüblich). Zu beachten ist, das Ferngespräche und auch internationale Gespräche deutlich teurer sind als in Europa. Dies liegt an dem Quasi-Monopol der beiden größten Gesellschaften Telecom und Telefónica. Es gibt doch eine bestimmte Art Telefonkarten, wo das Sprechen merklich verbilligt wird (z.B. Tarjeta Blah!).

Handys sind in Argentinien vergleichsweise gängig. Fast überall hat man eine Antenne in der Nähe. Neben dem (erst 2003 voll ausgebauten!) GSM-Netz gibt es zudem das in den USA übliche CDMA-Netz wie auch immer noch analoge Netze (kein UMTS!). Mobilfunkgesellschaften sind Movistar (Telefónica), Personal (Telecom), CTI und Nextel. Zu berücksichtigen ist, dass nicht alle europäischen GSM-Handys auch in Argentinien funktionieren, im Zweifelsfall nachfragen. Ein gebrauchtes Mobiltelefon einfacher Bauart kann man aber ab etwa 50 Pesos inklusive Ummeldung erstehen; wie in Europa gibt es Prepaid-Karten oder monatliche Tarife, von Movistar gibt es auch ein "Homezone"-Modell, in dem im Innern eines Radius von 80 m ums Haus herum fast zum Ortstarif telefoniert werden kann.

Beim Anruf aus dem Ausland auf ein argentinisches Handy wird der Ländervorwahl 0054 eine "9" hintenangehängt, danach kommt erst die Städtevorwahl (ohne 0) und Rufnummer (ohne 15 am Anfang) . Z.B. Anruf nach Buenos Aires: 0054-9-11-XXXX XXXX. Beim Anruf ins argentinische Festnetz gilt dies nicht!

Internet

Bereits in den frühen 90er Jahren wurde das Internet von vielen Argentiniern genutzt - gegenwärtig ist das Web allgegenwärtig. DSL (z.B. Ciudad Internet Flash) gibt es ab 30 AR$ im Monat, auch Gratis-Modem-Dienste (z.B. Fullzero, Intrada) sind gewöhnlich.

Da viele Argentinier keinen Festnetzanschluss zuhause haben, sind Internetcafés (cibercafé oder cíber) weit verbreitet. Sie kosten zumeist zwischen AR$ 1 und AR$ 2 pro Stunde, in großen Städten manchmal noch weniger, in kleinen Orten im Unterschied dazu eher mehr. Auch einige Hotels bieten Internetanschlüsse an.

Post

In Argentinien gibt es verschiedene Postgesellschaften, die größte ist der Ex-Monopolist Correo Argentino, daneben gibt es OCA, UPS und auch die deutsche DHL.

Wertvolle Sendungen nach Argentinien sollten nicht mit dem Correo Argentino (also auch nicht mit der Deutschen Post oder DHL!), sondern mit UPS und ähnlichen Diensten geschickt werden, es ist häufig zu Diebstählen oder Verlusten des ganzen Paketes gekommen. Der Zoll ist sehr teuer[, da] auf den Außenzoll, der für jedes Produkt variiert, noch die Mehrwehrtsteuer von 21% aufgeschlagen wird - wodurch man häufig auf Werte um 50% kommt.

Der Inlandsversand ist demgegenüber sicher. Hier gibt es die günstige und sichere Alternative der encomienda; dabei wird das Paket bei einer Busgesellschaft (vorwiegend am Busbahnhof) abgegeben. Der Empfänger muss es dann gleichfalls am Busbahnhof bei Vorlage des Ausweises abholen. Das ist selbstverständlich nur dann möglich, wenn die Strecke von einer Buslinie bedient wird. Eine andere Chance sind comisionistas, Privatleute, die im eigenen Auto Post auf bestimmten Strecken befördern. Sie sind oft flexibler als die Busgesellschaften, liefern sofort an den Empfänger und sind kaum teurer.